Musical "Ausgetickt, die Stunde der Uhren"
Ein unvergessliches Musical-Erlebnis
Das Jahr 2025 wird als ein ganz besonderes Jahr in der Geschichte der GMS Neubulach eingehen. Mit der Aufführung des Musicals „Ausgetickt – Die Stunde der Uhren“ haben wir nicht nur einen bedeutenden Beitrag zum 750-jährigen Stadtjubiläum von Neubulach geleistet, sondern auch einen sehenswerten Beitrag in das Landesprogramm „Kulturschule Baden-Württemberg“ eingebracht.
Ein Stück mit Bedeutung und gesellschaftlicher Relevanz
„Ausgetickt – Die Stunde der Uhren“ ist ein Musical, das nicht nur durch seine mitreißende Musik und spannende Geschichte besticht, sondern auch eine tiefere, gesellschaftlich relevante Botschaft transportiert. Das Stück behandelt die Themen Zeit, Selbstvertrauen und den Mut, den eigenen Rhythmus zu finden – eine klare Reflexion auf die stärker werdende Uniformität und das Ticken der „Superuhr“, die alles und jeden im Gleichschritt laufen lässt. Das Stück stellt die Frage, ob wir in einer Welt leben wollen, in der ein diktatorischer Takt das Leben bestimmt, oder ob wir als Individuen Verantwortung übernehmen und unseren eigenen Rhythmus finden. Gerade in Zeiten, in denen autoritäre Tendenzen wieder stärker ins öffentliche Bewusstsein dringen, eine wichtige Botschaft! Gleichzeitig kann die Kernbotschaft des Stückes auf die Vorstellung von Schule und das Lernen übertragen werden: Wir sind sehr dankbar, dass wir als Gemeinschaftsschule die Freiheit haben, eben nicht permanent im Gleichschritt lernen zu müssen und dass der rein frontale Unterricht nach dem Willen einer „Superuhr“ durch Verantwortung und Selbststeuerung und Selbstwirksamkeit der Lernenden abgelöst wird.
Die charmante Geschichte hinter dem Stück
Das Besondere an diesem Musical ist die Geschichte um die Stückauswahl: Unsere Kolleginnen, Lisa Kappler und Fiona Gutnoff, kannten das Stück bereits aus ihrer eigenen Schulzeit. Sie hatten es damals selbst gespielt und waren sich sofort sicher, dass es perfekt zu unserer Schule und unseren Werten passt. Das Stück gibt es als Kaufversion, allerdings nicht im Arrangement für ein großes Blasorchester. Paul Lindner, der ehemalige Musiklehrer von Frau Kappler und Frau Gutnoff arrangierte das Stück eigens für uns neu, so dass wir eine maßgeschneiderte Version des Musicals, die speziell für unser Projektorchester und unsere Bläserklassen ausgelegt war, aufführen konnten.
Bild: Auszug aus der handschriftlichen Partitur von Paul Lindner.
Musikalische Dimension und gesellschaftliches Miteinander
Die Musik und der Gesang waren tragende Elemente des Musicals und verliehen der Aufführung sowohl emotionalen Ausdruck als auch mitreißende Energie. Die Bläserklassen 3/4 und 5/6 sowie zahlreiche ehemalige Bläserklassenschüler wirkten zusammen mit den Mitgliedern der Bläserjugend des Landkreises Calw und dem Musikverein Neubulach in einem gemeinsamen Projektorchester. Besonders bemerkenswert war die inklusive Herangehensweise: Die handschriftlichen Noten von Herrn Lindner wurden von Julia Köstlin (mit Unterstützung unsere Kollegen Raphael Möll) digitalisiert und an die unterschiedlichen Niveaustufen angepasst, sodass auch die jüngeren Bläserklassenschüler, am Musical teilnehmen konnten. So wurde das Stück zu einem echten Gemeinschaftsprojekt, das über alle Niveaus hinweg Musizieren und ein aktives Miteinander ermöglichte.
150 Mitwirkende aus Schule und Vereinen
Die Aufführung selbst war das Resultat einer unglaublichen Teamleistung. Rund 150 Schülerinnen und Schüler aus allen Jahrgangsstufen wirkten an diesem Projekt mit – sei es auf der Bühne als Schauspieler oder Sänger, im Orchester oder in den technischen und kreativen Bereichen. Besonders beeindruckend war die Zusammenarbeit zwischen unseren Bläserklassen, ehemaligen Bläserklassenschülern und Mitgliedern des Musikvereins Neubulach. Das gemeinsame Musizieren und auch das kameradschaftliche Miteinander am Probenwochenende hat unser Projekt musikalisch und atmosphärisch sehr bereichert und wir freuen uns auf künftige gemeinsame Projekte.
Dank des Fördervereins, der sowohl die komplette Finanzabwicklung übernahm als auch die logistische Organisation des Ticketvorverkaufs in Zusammenarbeit mit der Raiffeisenbank Neubulach ermöglichte, konnten die Aufführungen reibungslos und erfolgreich durchgeführt werden. Der Förderverein war nicht nur finanziell unterstützend tätig, sondern half auch tatkräftig bei der Umsetzung der gesamten Veranstaltung. Ein besonderer Dank gilt hier den beiden Vorsitzenden, Stefan Schneider und Yvonne Schwenker, die selbst bei den Registerproben mitwirkten und auch im Orchester aktiv waren.
Bild: Gänsehaut-Moment: Julia Köstlin dirigiert die Eröffnungs-Fanfare mit 95 Musikern! (Foto: Caripidis)
Eine tragende Säule des Musicals bildete unser preisgekrönter Primarstufenchor „Töne Tiger” (unter der Leitung von Fiona Gutnoff und Sarah Huß), der in diesem Musical-Projekt durch Sängerinnen und Sänger der Sekundarstufe ergänzt wurde. Gemeinsam wuchs seit Beginn des Schuljahres aus vielen Stimmen ein gemeinsamer mehrstimmiger Klang – getragen von der Begeisterung der Kinder.
Bild: Der Chor überzeugte auf der ganzen Linie! (Foto: Caripidis)
Der Sologesang und die damit verbundene Stimmbildung wurde von unserer Kollegin Sabine Cremonesi betreut – ausgebildete Musikerin mit dem Hauptfach Gesang, die mit fachlicher Kompetenz und Feingefühl viele Stimmen zum Klingen gebracht hat.
Die Tanzchoreografien wurden von unserer Kollegin Eva-Maria Broschk (Fachschaft Sport), sowie Caroline Lorenz, die ihre Erfahrung aus dem Gardetanz eingebracht hat, mit viel Taktgefühl und Kreativität einstudiert. Unsere Tanzgruppe bestand aus Schauspieler*innen sowie weiteren Schülerinnen und Schülern, die mit Einsatzfreude und Rhythmusgefühl das Bühnenbild bereichern.
Die Schauspiel- und Solorollen wurden im Rahmen eines offenen Castings vergeben – und das Interesse war stufenübergreifend überwältigend groß. Jede einzelne Bewerbung zeugte von Mut, Engagement und Begeisterung. Unser großer Dank gilt daher auch all jenen, die am Ende keine Sprechrolle erhalten haben – und dennoch bereit waren, das Projekt auf andere Weise zu unterstützen. Gerade dieses Miteinander macht „Ausgetickt“ zu einem echten Gemeinschaftsprojekt. Die Schauspielproben leitete unser engagiertes Team um Sarah Huß, Lea Schwarz und Lisa Kappler. Geprobt wurde das ganze Schuljahr – oft parallel zum Unterricht.
Ein Bühnenbild und Kostüme, die beeindrucken und eine professionelle Maske
Ein Highlight des Musicals war definitiv das Bühnenbild, das durch die engagierte Arbeit der Klassen 8a und 6a unter der Leitung von Christian Zachrich und Lisa Kappler in Zusammenarbeit mit dem Altensteiger Künstler Wolfram Paul zu einem echten Blickfang wurde. Es war beeindruckend, wie die Bühne mit ihren verschiedenen Spielebenen und das begehbare und bespielbare Gerüst Atmosphäre schaffte. Die Nachbildung des Neubulacher Diebsturms als zentrales Element des Bühnenbilds verlieh dem Stück eine lokale Identität und stellte sicher, dass unsere Stadtgeschichte im Stück wiederzufinden war. Grundlage des Bühnenbildes war ein Gerüst, das unser Bildungspartner Maler Herter kostenlos für das Musical bereitgestellt hat.
Neben dem beeindruckenden Bühnenbild und den fantasievollen Kostümen spielte auch die Maske eine entscheidende Rolle bei der Inszenierung unseres Musicals. Die Visagistin Stephanie Valdemar und die Friseurin Vanessa Marotta sorgten dafür, dass die Schauspielerinnen nicht nur äußerlich perfekt für die Bühne vorbereitet waren, sondern sich auch in ihren Rollen voll und ganz entfalten konnten.
Unser herzlicher Dank gilt Maler Herter, Herrn Paul, Frau Fernandes, sowie Frau Valdemar & Frau Marotta für ihren großen Einsatz und ihre kreativen Impulse. Dadurch wurde das Musical erst zu einem wahren Kunstwerk!
Wie wird aus einer Sporthalle eine Musical-Bühne? Es braucht jede Menge Technik…
Zunächst einmal sind wir der Stadt Neubulach sehr dankbar, dass wir für das Musical ausnahmsweise die große Sporthalle nutzen durften. Angesichts der Größe des Projektes wäre eine Aufführung in der Festhalle allerdings undenkbar gewesen. Nach der Freude über die Erlaubnis standen wir allerdings vor jeder Menge praktischer Probleme. Die Sporthalle verfügt weder über Veranstaltungstechnik, noch gibt es eine Möglichkeit sie zu verdunkeln. Dies war aber notwendig, weil durch die hohen Glasfronten und das Glasdach die Beleuchtungstechnik nicht zur Geltung gekommen wäre. Hier gilt ein großer Dank dem Bauamt der Stadt Neubulach, insbesondere an Tino Mäder, der mit uns tatkräftig und kreativ nach Lösungen gesucht hat. Ein großer Dank gilt auch Holzbau Benjamin Roller, der uns bei der Abdunkelung mit einem fahrbaren Gerüst unterstützt hat. Vor allem unser Hausmeister Justin Unterricker und unser Kollege Christian Zachrich (der an beiden Veranstaltungen auch für die Lichttechnik verantwortlich war) haben hierfür schier Unglaubliches geleistet – und für alle „Problemzonen“ Lösungen gefunden bzw. gebaut: Von der Verdunkelung, des Glasdaches und der Glasfassade über die Installation von Bühnenbild und der Bühnentechnik bis hin zur Einrichtung einer tragfähigen Starkstromversorgung. Vielen herzlichen Dank dafür!
Auch bei der technischen Umsetzung der Veranstaltung konnten wir uns auf Profis verlassen: Christian Essich zeichnete für die Tontechnik verantwortlich und Marco Cremonesi übernahm die professionelle Videodokumentation. „Unser“ Profi-Fotograf Alexander Caripidis hat auch diesmal die Veranstaltung wieder ehrenamtlich mit seiner Kamera begleitet und in seinen Bildern das außergewöhnliche Ereignis festgehalten.
Ein herzliches Dankschön an Herrn Essich, Herrn Cremonesi und Herrn Caripidis!
Wichtig und lecker: Die Verpflegung!
Für das leibliche Wohl war an beiden Abenden bestens gesorgt: Die Klassen 5a, 7a und 8c übernahmen gemeinsam mit ihren Lehrkräften C. Lorenz, R. Siebold & M. Gleiser die Verpflegung bei den Aufführungen – mit viel Engagement, Kreativität und Teamgeist. Ein besonders großes Dankeschön gilt unserer ISP-Studentin Canan Akcan, die mit hohem persönlichem und zeitlichem Einsatz die Gesamtkoordination und Organisation der Verpflegung als Teil ihres ISP-Projektes übernommen hat.
Ein besonderer Dank an das Kollegium
Ein ganz besonderer Dank geht an unser unglaublich engagiertes Lehrkräfteteam, welches das Projekt über ein ganzes Jahr hinweg vorangetrieben und mit viel Herzblut ausgestaltet hat. Vor allem in der ohnehin sehr arbeitsintensiven Phase am Ende des Schuljahres, als es auf der Zielgeraden nochmals richtig anstrengend geworden war. Bemerkenswert war aber, dass die Begeisterung über das, was hier im Entstehen war, allen anzumerken war und das Team auch durch schwierige und arbeitsintensive Phasen getragen hat. Es ist nicht möglich, an dieser Stelle aufzuzählen, wer alles genau was alles geleistet und getan hat – das Team war ein großes WIR und hat sich ergänzt, unterstützt und gemeinsam Großartiges geleistet.
Vielen Dank auch an Kathrin Ehnis, Anne Köppen und Jana Albrecht, die das Projektteam in den letzten Wochen und rund um die Aufführungen tatkräftig und mit viel Engagement unterstützt haben!
Aber es gibt auch, das gesamte GMS-Kollegium in den Dank einzubeziehen: Die vielen Stunden an Vorbereitungen und die Flexibilität, mit der alle Kolleginnen und Kollegen die Proben und Aufführungen unterstützten, sind alles andere als selbstverständlich. Es galt an so vielen Stellen Rücksicht auf das Projekt zu nehmen, z.B. wenn wieder Einzel- oder Kleingruppenproben anstanden, die heiße Projektphase beim Bühnenbild und dem Aufbau in der Halle anstand, wenn Kolleg/innen vertreten werden mussten, damit sie beim Projekt mitarbeiten konnten oder wenn bei der Generalprobe manche Klassen fast vollständig nicht im Unterricht sein konnten. Es war großartig zu sehen, wie das gesamte Kollegium hinter dem Projekt stand und mit Begeisterung und Tatkraft die Schülerinnen und Schüler unterstützte. Dies war ein echtes Teamprojekt, das nur durch die Zusammenarbeit und das Engagement aller Beteiligten möglich war.
Ein herzlicher Dank an unsere Sponsoren
Ein solch großes Projekt ist mit hohen Kosten verbunden. Wir sind sehr dankbar, dass wir unter unseren Kooperations- und Bildungspartnern so viele Unterstützer gefunden haben, die unser Projekt auch finanziell unterstützt haben.
Eine unvergessliche Aufführung und ein starkes Gemeinschaftsgefühl
Mit zwei ausverkauften Aufführungen und begeisterten Standing Ovations wurde „Ausgetickt – Die Stunde der Uhren“ zu einem unvergesslichen Erlebnis für alle Beteiligten und das Publikum. Wir sind unglaublich stolz auf die Schülerinnen und Schüler, die in einem so großen Projekt über sich hinausgewachsen sind und das Publikum mit ihrer Leidenschaft, ihrem Mut und ihrem Talent beeindruckt haben.
Für uns als Schule ist das Musical ein sichtbares Zeichen dafür, dass wir es schaffen, kreative und kulturelle Bildung in einer einzigartigen Gemeinschaft zu fördern. Es ist ein Beweis dafür, dass wir gemeinsam Großes erreichen können – und dass unsere Schule der Ort ist, an dem Talente wachsen und sich entfalten können.
Wir sind dankbar für dieses Miteinander und freuen uns darauf, auch in Zukunft wieder einmal solche großartigen Projekte zu realisieren. Ein herzliches Dankeschön geht an alle, die dieses Projekt unterstützt und ermöglicht haben – und vor allem an unsere Schülerinnen und Schüler, die uns immer wieder aufs Neue begeistern!
GMS Neubulach – Gemeinsam erreichen wir mehr.