ISP - Neuer Durchgang
Wissenschaftlich begleitete Unterrichtspraxis: Sechs Lehramtsstudierende starten an der GMS
Sechs Lehramtsstudierende der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe sind in dieser Woche an der Gemeinschaftsschule Neubulach in ihr Integriertes Semesterpraktikum gestartet. Über mehrere Monate hinweg werden sie Unterricht begleiten, eigene Stunden halten und den Schulalltag aus nächster Nähe kennenlernen.
Das Integrierte Semesterpraktikum verbindet wissenschaftliche Ausbildung und schulische Praxis über ein ganzes Semester hinweg. Die Studierenden sind dabei fester Bestandteil des Kollegiums und erleben den schulischen Alltag an der Gemeinschaftsschule Neubulach hautnah in all seinen Facetten. Sie wirken im Unterricht mit, übernehmen angeleitete eigene Unterrichtsanteile und erhalten Einblicke in außerunterrichtliche Aufgaben sowie schulische Entwicklungsprozesse. Dabei werden sie eng durch erfahrene Lehrkräfte der Schule sowie durch fachdidaktische Seminare an der Hochschule begleitet. Ziel ist ein kontinuierlicher Theorie-Praxis-Transfer über ein ganzes Semester hinweg.
Eine Besonderheit des Neubulacher Modells liegt in der Struktur und Kontinuität. Bis zu sechs Studierende absolvieren ihr Praktikum gemeinsam in Neubulach und arbeiten in stabilen Teams.
Anders als an vielen Ausbildungsorten bleiben die Studierenden während des gesamten Praktikums an einem Schulstandort. Zudem können alle Fächer vor Ort in Neubulach abgedeckt werden, ohne das Praktikum auf mehrere Semester aufteilen zu müssen.
Neben dem Unterricht erleben die Studierenden das gesamte Schulleben – von Elternarbeit über Projekte bis hin zur Mitarbeit an schulischen Entwicklungsprozessen. Die GMS Neubulach versteht sich bewusst als Ausbildungsschule und gewinnt aus der Zusammenarbeit sowie aus dem professionellen Austausch mit Studierenden und Hochschuldozierenden selbst wichtige Impulse für die eigene pädagogische Arbeit. „Die große Offenheit unseres Kollegiums, sich an der Ausbildung angehender Lehrkräfte zu beteiligen, ist keine Selbstverständlichkeit“, sagt Schulleiter Dominik Bernhart. „Wer ausbildet, reflektiert den eigenen Unterricht intensiver – und entwickelt ihn weiter.“
„Für unsere Studierenden ist es ein großer Gewinn, Schule über einen längeren Zeitraum hinweg realistisch und ganzheitlich zu erleben“, betont Prof. Dr. Silke Traub, Leiterin des Zentrums für schulpraktische Ausbildung an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe. „Die enge Begleitung und die Verknüpfung von Theorie und Praxis machen den Modellversuch in Neubulach besonders wertvoll.“
Gerade für den ländlichen Raum setzt das Projekt ein wichtiges Signal: Qualitativ hochwertige Lehrerbildung kann auch außerhalb großer Hochschulstandorte verlässlich und auf hohem Niveau gelingen.
Mit dem fünften Durchgang hat sich das Neubulacher Modell inzwischen als fester Bestandteil der Zusammenarbeit zwischen Hochschule und Schule etabliert. Für die Studierenden bedeutet das Praktikum vor allem eines: Schule nicht nur aus der Beobachterperspektive kennenzulernen, sondern über Monate hinweg aktiv mitzugestalten und professionell in den Lehrerberuf hineinzuwachsen.