„Gewalt trifft oft den Körper - Aber vor allem auch im Herzen!“ – Theater Q-rage mit dem Stück „Am Limit!“ zu Gast an der Gemeinschaftsschule Neubulach

Julia und Max sind nicht nur Klassenkameraden, sondern auch beste Freunde. Im Handlungsverlauf des Theaterstücks wird deren Freundschaft durch Gewaltvorfälle, Angst und den Wunsch, sich einzumischen allerdings auf die Probe gestellt. Beide Schüler, packend gespielt von Laura Pletzer und Tobias Wagenblaß, werden im Rahmen einer alltäglichen Situation an der Schule Zeugen von Gewalt und Mobbing. Daraufhin müssen sie sich entscheiden: eingreifen oder wegschauen?

Die unterschiedlichen Reaktionen und moralischen Standpunkte der beiden führen im Verlauf des Stückes sogar dazu, dass am Ende sie selbst in die Gewaltspirale mit hineingezogen werden. Sowohl als Mittäter wie auch als Opfer. Das Ende des Stückes? Es ist offen und lässt Raum für Interpretationen. Wie schafft man es, an der Schule keinen Platz für Gewalt zu lassen? Wie soll man richtig handeln, um trotz Angst und Verunsicherung  Courage zu zeigen ?

 

Im Rahmen dieses Stückes erhielten die Schülerinnen und Schüler der neunten Klassen mögliche Antworten auf solche Fragen. Die nur mit wenigen Requisiten minimalistisch bestückte Bühne, der Einsatz von Schauspiel und Videosequenzen und nicht zuletzt die Unterbrechungen im Stück, sodass die Schauspieler die Schülerinnen und Schüler selbst, durch Fragen und Denkanstöße in den Ablauf einbeziehen konnten – all dies regte zum Nachdenken an. „Das Theaterstück hat einem gezeigt, wie schlimm Mobbing ist – aber auch, dass man etwas dagegen machen kann. Ich bin mir sicher, es hat Vielen die Augen geöffnet“ teilte Josephine Guagliardo (Klasse 9c) ihre Eindrücke vom Theaterstück mit.

 

Dass es besonders wichtig ist, gerade an Schulen über Gewalt, Mobbing und Zivilcourage zu sprechen, hat nicht zuletzt eine repräsentative Studie der Bertelsmann Stiftung  im Juli 2019 gezeigt. Demnach erlebten eine Mehrheit der befragten Kinder und Jugendlichen zwischen 8 und 14 Jahren Gewalt und Ausgrenzung an ihren Schulen. Dieser Umstand war auch Sabine Huber, die Schulsozialarbeiterin an der GMS Neubulach, bewusst. Nicht zuletzt deswegen hat sie den Kontakt zur Theatergruppe hergestellt und das Stück nach Neubulach geholt. „Unser Ziel ist eine Schulgemeinschaft, an der alle teilhaben können und das ohne Angst und Gewalt!“ äußerte sich Frau Huber überzeugt. Damit dies gelingen kann, so waren sich alle Beteiligten einig, darf man nicht aufhören über diese Themen zu sprechen.

„Am Limit!“ entstand in Kooperation mit dem Verein „Ein Stern für Lena * Gegen Gewalt! e.V.“. Der Verein unterstützt das Theaterstück als Gewaltpräventionsprojekt. (www.ein-stern-fuer-lena.de)

 

Hannes Mayer

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